Selbstständig mit System: Warum Franchising für Gründer und Quereinsteiger neue Perspektiven eröffnet


Eine bekannte Marke, erprobte Abläufe und Unterstützung beim Unternehmensaufbau: Franchising verspricht einen strukturierten Weg in die Selbstständigkeit. Doch das Modell ist weder eine Erfolgsgarantie noch eine unternehmerische Abkürzung. Wer die Chancen nutzen will, muss das System, den Vertrag – und nicht zuletzt sich selbst – sorgfältig prüfen. Ein Impulsnachmittag in Singen bietet im Oktober die Gelegenheit, das Geschäftsmodell aus erster Hand kennenzulernen.

Der Wunsch nach beruflicher Unabhängigkeit beginnt häufig mit einer einfachen Frage: Was wäre, wenn ich mein eigener Chef wäre? Für manche Menschen entsteht daraus eine völlig neue Geschäftsidee, für andere der Plan, eine bestehende Dienstleistung künftig auf eigene Rechnung anzubieten. Wieder andere möchten unternehmerisch tätig werden, ohne sämtliche Prozesse, Produkte und Strukturen von Grund auf selbst entwickeln zu müssen.

Genau an diesem Punkt kommt Franchising ins Spiel.

Das Geschäftsmodell verbindet zwei Prinzipien, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen: unternehmerische Selbstständigkeit und die verbindliche Orientierung an einem bereits bestehenden System. Franchisenehmer führen ein eigenes Unternehmen, nutzen dabei jedoch die Marke, das Know-how, die Abläufe und das Geschäftskonzept eines Franchisegebers.

Diese Verbindung kann den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern. Sie verlangt aber zugleich die Bereitschaft, sich in ein Netzwerk einzuordnen, Qualitätsstandards einzuhalten und wichtige unternehmerische Entscheidungen innerhalb eines vorgegebenen Rahmens zu treffen.

Was Franchising im Kern bedeutet

Franchising ist weit mehr als die bloße Nutzung eines bekannten Namens. Es handelt sich um eine langfristig angelegte Zusammenarbeit zwischen rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Unternehmen.

Der Franchisegeber entwickelt und erprobt ein Geschäftskonzept. Er definiert beispielsweise Produkte und Dienstleistungen, Markenauftritt, Arbeitsprozesse, Marketing, Schulungen und Qualitätsstandards. Der Franchisenehmer erhält gegen eine Gebühr das Recht, dieses Konzept an einem eigenen Standort oder in einem vertraglich festgelegten Gebiet umzusetzen.

Dabei bleibt der Franchisenehmer ein eigenständiger Unternehmer. Er führt seinen Betrieb vor Ort, beschäftigt gegebenenfalls Mitarbeiter, betreut Kunden und trägt die wirtschaftliche Verantwortung für seinen Standort. Gleichzeitig profitiert er von einem Konzept, das im Idealfall bereits unter realen Marktbedingungen getestet wurde.

Die Zusammenarbeit basiert üblicherweise auf einem Franchisevertrag. Dieser regelt unter anderem, welche Marken- und Nutzungsrechte übertragen werden, welche Gebühren anfallen, welche Unterstützungsleistungen der Franchisegeber erbringt und welche Vorgaben der Franchisenehmer einhalten muss.

Zu den typischen Bestandteilen eines professionellen Franchisesystems gehören außerdem ein Systemhandbuch, Schulungs- und Einarbeitungsprogramme, ein einheitliches Erscheinungsbild, Marketingkonzepte, zentrale Beschaffungsmöglichkeiten und Instrumente zur Qualitätssicherung.

Ein Geschäftsmodell mit langer Geschichte

Obwohl der Begriff heute eng mit modernen Markenwelten, Systemgastronomie oder standardisierten Dienstleistungen verbunden wird, reichen seine sprachlichen und wirtschaftlichen Wurzeln weit zurück.

Das Wort „Franchise“ leitet sich vom Französischen ab und stand ursprünglich für eine gewährte Freiheit beziehungsweise ein gegen Gebühr übertragenes Recht. Bereits im Mittelalter wurden bestimmte Nutzungsrechte vergeben. Später bezeichnete der Begriff staatlich eingeräumte Rechte zur Herstellung oder zum Vertrieb bestimmter Produkte. Seine moderne wirtschaftliche Ausprägung entwickelte das Franchising schließlich vor allem in den Vereinigten Staaten.

In Deutschland verbreitete sich das Modell insbesondere ab den 1960er- und 1970er-Jahren. Heute ist Franchising längst nicht mehr auf Restaurants oder Einzelhandelsketten beschränkt. Entsprechende Systeme finden sich im Handel, in der Gastronomie, im Handwerk, in der Bildung, im Gesundheits- und Fitnessbereich, bei Unternehmensdienstleistungen, in der Immobilienwirtschaft und in vielen weiteren Branchen.

Die im Ausgangsmaterial genannten Zahlen verdeutlichen die wirtschaftliche Dimension: Für das Jahr 2023 werden in Deutschland 910 Franchisesysteme, rund 147.300 Franchisepartner, etwa 190.000 Betriebe und rund 830.000 Beschäftigte ausgewiesen. Der Gesamtumsatz wird für dieses Jahr mit 147,6 Milliarden Euro angegeben. Knapp die Hälfte der Systeme wurde dem Dienstleistungsbereich zugerechnet.

Illustration eines Franchisenetzwerks mit mehreren verbundenen Standorten
Illustration eines Franchisenetzwerks mit mehreren verbundenen Standorten

Der Reiz des bereits Erprobten

Eine klassische Neugründung beginnt oft mit einem leeren Blatt. Das Produkt muss entwickelt, die Zielgruppe bestimmt, die Marke aufgebaut und die Preisstrategie erarbeitet werden. Hinzu kommen Prozesse für Einkauf, Vertrieb, Personal, Buchhaltung, Marketing und Kundenservice.

Franchisenehmer beginnen dagegen nicht bei null. Im Idealfall erhalten sie Zugang zu einem erprobten Leistungspaket. Dazu können gehören:

  • ein bereits getestetes Geschäftsmodell,
  • ein eingeführter Markenname,
  • strukturierte Arbeitsprozesse,
  • Schulungen und praktische Einarbeitung,
  • Unterstützung bei Standortsuche und Eröffnung,
  • zentrale Marketingmaßnahmen,
  • Software- und Controllingsysteme,
  • Einkaufsvorteile,
  • betriebswirtschaftliche Betreuung,
  • sowie der Erfahrungsaustausch innerhalb des Netzwerks.

Diese Strukturen können typische Anlaufprobleme reduzieren. Der Franchisenehmer muss nicht jeden Fehler selbst machen, sondern kann auf Erfahrungen aus Pilotbetrieben und bestehenden Standorten zurückgreifen.

Für den Franchisegeber liegt der Vorteil wiederum in der Möglichkeit, ein erfolgreiches Konzept mithilfe selbstständiger Partner zu verbreiten. Statt ausschließlich eigene Filialen aufzubauen, kann das Unternehmen mit lokal verankerten Unternehmerpersönlichkeiten wachsen. Diese investieren eigenes Kapital und tragen Verantwortung für ihren Standort, während der Franchisegeber die Marke und das Gesamtsystem weiterentwickelt.

Selbstständige Unternehmerin bei der Arbeit in ihrem Betrieb.

Warum Franchising für Quereinsteiger interessant sein kann

Besonders häufig beschäftigen sich Menschen mit Franchising, die ihre bisherige berufliche Laufbahn verändern möchten. Sie bringen Führungserfahrung, Vertriebskompetenz, Organisationstalent oder kaufmännisches Wissen mit, verfügen aber nicht unbedingt über jahrelange Erfahrung in der Branche, in der sie gründen möchten.

In einer klassischen Gründung kann fehlendes Fachwissen eine erhebliche Hürde darstellen. In professionellen Franchisesystemen soll dieses Defizit durch strukturierte Schulungen, Einarbeitung und verbindliche Prozesse ausgeglichen werden.

Viele Franchisegeber suchen deshalb nicht ausschließlich Branchenexperten. Häufig interessieren sie sich mindestens ebenso stark für die Persönlichkeit eines Bewerbers: Kann diese Person Mitarbeiter führen? Ist sie kundenorientiert? Arbeitet sie zuverlässig? Kann sie wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen? Ist sie bereit, zu lernen und das erprobte Konzept tatsächlich umzusetzen?

Das Ausgangsmaterial hebt hervor, dass Quereinsteiger neue Perspektiven, hohe Motivation und eine besondere Bereitschaft mitbringen können, bestehende Standards konsequent anzuwenden. Branchenerfahrung kann hilfreich sein, garantiert aber für sich allein noch keinen unternehmerischen Erfolg.

Entscheidend sind vielmehr Eigenschaften wie Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit, Organisationstalent, wirtschaftliches Verständnis, Belastbarkeit und die Bereitschaft, vorgegebene Prozesse einzuhalten.


Einarbeitung als entscheidender Qualitätsfaktor

Ob ein Quereinstieg gelingt, hängt wesentlich von der Qualität des Onboardings ab. Ein mehrtägiges Einführungsseminar allein reicht bei komplexen Geschäftsmodellen kaum aus.

Eine professionelle Einarbeitung kann Produktschulungen, Verkaufstrainings, Marketingeinführungen, Softwaretrainings, betriebswirtschaftliche Grundlagen, Personalführung, Qualitätsmanagement und praktische Hospitationen umfassen. Je anspruchsvoller der operative Betrieb ist, desto wichtiger sind nachvollziehbare Lernziele und eine Begleitung, die über die Eröffnung hinausgeht.

Interessenten sollten daher nicht nur fragen, ob Schulungen angeboten werden. Wichtiger ist, wie konkret diese aussehen:

Wie lange dauert die Einarbeitung? Findet sie überwiegend theoretisch oder auch in bestehenden Betrieben statt? Welche Unterstützung gibt es in den ersten Wochen? Wer ist bei operativen Problemen erreichbar? Werden Führungskräfte und Mitarbeiter ebenfalls geschult? Gibt es regelmäßige Weiterbildungen? Und wie wird neues Wissen in das gesamte Netzwerk übertragen?

Die Antworten sagen viel über die Professionalität eines Systems aus.

Das eigene Unternehmen bleibt das eigene Risiko

Trotz aller Unterstützung darf Franchising nicht mit einer garantierten Selbstständigkeit verwechselt werden.

Der Franchisenehmer bleibt verantwortlich für Mitarbeiterführung, Kundenservice, Kostenkontrolle, Liquidität, lokale Vertriebsaktivitäten und die wirtschaftliche Entwicklung seines Betriebs. Ein bekannter Markenname kann Aufmerksamkeit erzeugen. Er ersetzt aber weder eine tragfähige Finanzierung noch einen geeigneten Standort, gute Führung oder konsequente Marktbearbeitung.

Auch die Freiheit des Unternehmers ist eingeschränkt. Wer sich einem System anschließt, verpflichtet sich, vereinbarte Standards einzuhalten. Das betrifft häufig nicht nur das Logo oder die Ladengestaltung, sondern auch Produktangebote, Lieferanten, Preise, Werbemaßnahmen, Software, Öffnungszeiten und betriebliche Abläufe.

Diese Standardisierung ist kein unbeabsichtigter Nebeneffekt. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells. Kunden sollen an unterschiedlichen Standorten ein vergleichbares Markenerlebnis erhalten.

Menschen, die ihre Geschäftsidee jederzeit frei verändern, Produkte spontan austauschen oder den Markenauftritt vollständig selbst bestimmen möchten, können diese Vorgaben als Belastung empfinden. Wer dagegen gern innerhalb klarer Strukturen arbeitet und seine unternehmerische Energie vor allem in Führung, Kundenbindung und lokale Entwicklung investieren will, kann darin eine wertvolle Entlastung sehen.

Gebühren, Verträge und wirtschaftliche Realität

Die Nutzung eines Franchisesystems ist in der Regel mit finanziellen Verpflichtungen verbunden. Häufig werden eine einmalige Eintrittsgebühr und laufende Franchisegebühren erhoben. Hinzukommen können Marketingbeiträge, Softwarekosten, Schulungsgebühren, Investitionen in Ausstattung, Umbauten oder verpflichtende Warenbestände.

Ob diese Zahlungen angemessen sind, lässt sich nur im Verhältnis zu den Gegenleistungen bewerten.

Ein hoher Preis ist nicht automatisch ein Hinweis auf ein hochwertiges System. Umgekehrt muss ein günstiger Einstieg nicht wirtschaftlich vorteilhaft sein, wenn zentrale Unterstützungsleistungen fehlen.

Interessenten sollten deshalb sämtliche Kosten in einen vollständigen Finanzplan aufnehmen. Neben den offensichtlichen Gebühren müssen auch private Lebenshaltungskosten, Anlaufverluste, Personalaufwand, Miete, Versicherungen, Finanzierungskosten und ausreichende Liquiditätsreserven berücksichtigt werden.

Zu den typischen Fehlern von Quereinsteigern gehören laut Ausgangsmaterial eine zu optimistische Finanzplanung, unterschätzter Kapitalbedarf, fehlende Rücklagen, eine unzureichende Prüfung des Vertrags und mangelndes Verständnis der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen.

Das passende System finden

Die Auswahl eines Franchisesystems sollte nicht allein nach persönlicher Sympathie, Markenbekanntheit oder Brancheninteresse erfolgen. Sie ist eine unternehmerische Investitionsentscheidung.

Vor einer Vertragsunterzeichnung sollten Interessenten unter anderem klären:

Wie lange existiert das System? Gibt es erfolgreich betriebene Pilot- und Partnerstandorte? Welche Unterstützung wird tatsächlich angeboten? Wie transparent werden Investitionen, Gebühren und wirtschaftliche Kennzahlen dargestellt? Welche Erfahrungen haben bestehende Franchisenehmer gemacht? Welche Konflikte sind in der Vergangenheit aufgetreten? Wie häufig verlassen Partner das System? Welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen – etwa durch zusätzliche Standorte? Und was geschieht am Ende der Vertragslaufzeit?

Das Ausgangsmaterial betont, dass nicht jedes erfolgreiche Einzelunternehmen automatisch franchisefähig ist. Damit ein Konzept multipliziert werden kann, müssen Abläufe verständlich dokumentiert, standardisierbar und unter unterschiedlichen lokalen Bedingungen reproduzierbar sein. Ein Pilotbetrieb und ein detailliertes Systemhandbuch gehören deshalb zu den grundlegenden Elementen eines belastbaren Franchisemodells.

Seriöse Prüfung bedeutet auch, nicht ausschließlich mit dem Franchisegeber zu sprechen. Gespräche mit mehreren bestehenden Partnern können ein realistischeres Bild des Alltags vermitteln. Zusätzlich sollte der Vertrag durch einen spezialisierten Rechtsberater und die Wirtschaftlichkeit durch einen Steuerberater oder Gründungsberater geprüft werden.

Zwei Geschäftspartner besiegeln eine Zusammenarbeit mit einem Handschlag
Zwei Geschäftspartner besiegeln eine Zusammenarbeit mit einem Handschlag


Von der Theorie zur Praxis: Franchising-Impulsnachmittag in Singen


Je konkreter eine Gründungsentscheidung wird, desto wichtiger wird der direkte Austausch mit erfahrenen Fachleuten. Allgemeine Informationen können einen Überblick schaffen. Sie beantworten jedoch nur begrenzt, ob Franchising zur persönlichen Situation, zur finanziellen Ausgangslage oder zu einem bereits bestehenden Geschäftskonzept passt.

Eine Gelegenheit zur fundierten Orientierung bietet der Impulsnachmittag für Gründungsinteressierte am Mittwoch, 7. Oktober 2026, in Singen. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Mit Franchising schneller durchstarten!“ und findet ab 17 Uhr in der VillaConsult, Erzbergerstraße 8b, 78224 Singen, statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

Der Termin ist Teil der Impulsnachmittage des Netzwerks Existenzgründung von Singen aktiv. Das Format verbindet allgemeines Orientierungswissen zur Selbstständigkeit mit einem wechselnden Spezialthema. Ab 16 Uhr erhalten die Teilnehmenden von Holger Hagenlocher grundlegende Informationen zum Gründungsprozess; ab 17 Uhr folgt der Expertenbeitrag von Frau Professorin Veronika Bellone.


Beide Veranstaltungsblöcke können unabhängig voneinander besucht werden.

Beim Oktobertermin stehen drei zentrale Fragen im Mittelpunkt:

Wie funktioniert Franchising? Welche Voraussetzungen sollten potenzielle Franchisenehmer mitbringen? Und wie lässt sich aus einem eigenen erfolgreichen Geschäftskonzept möglicherweise ein Franchisesystem entwickeln?

Damit richtet sich der Nachmittag nicht nur an Menschen, die als Franchisenehmer in die Selbstständigkeit starten möchten. Auch Unternehmerinnen und Unternehmer, die über Wachstum, zusätzliche Standorte oder die systematische Multiplikation ihres Konzepts nachdenken, können wertvolle Anregungen erhalten.

Ausgewiesene Expertise: Professorin Veronika Bellone als Referentin

Als Referentin konnte Professorin Veronika Bellone, Geschäftsführerin der Bellone Franchise Consulting GmbH, gewonnen werden.

Bellone ist seit 1986 im Franchisegeschäft tätig. Nach ihrer Arbeit als Franchisemanagerin gründete sie 1991 ihre eigene Franchiseberatung in der Schweiz. Ihre berufliche Laufbahn umfasst damit rund vier Jahrzehnte Beschäftigung mit Franchise-, Marken- und Systementwicklung. Zu den von ihrer Beratung genannten Referenzen gehören Unternehmen und Organisationen aus unterschiedlichen Branchen – darunter Hotellerie, Handel, Dienstleistungen, Freizeit, Kosmetik und Telekommunikation.

Diese Erfahrung ist für einen solchen Impulsnachmittag besonders relevant. Denn die entscheidenden Fragen im Franchising lassen sich selten nur aus der Perspektive eines Lehrbuchs beantworten. Es geht immer auch um die praktische Balance zwischen Standardisierung und unternehmerischem Freiraum, zwischen schneller Expansion und stabilen Strukturen, zwischen Markenführung und lokaler Verantwortung.

Bellone beschäftigt sich darüber hinaus mit Trend- und Markenfragen sowie mit der zukunftsfähigen Weiterentwicklung von Kooperationssystemen. Die Bellone Franchise Consulting verweist auf mehr als 30 Jahre Beratungserfahrung in den Bereichen Franchising, Marketing und Markenaufbau.

Gemeinsam mit Thomas Matla hat Veronika Bellone zudem zahlreiche Fachpublikationen veröffentlicht. Dazu gehört das mehrfach aufgelegte „Praxisbuch Franchising“, das sich mit Konzeptaufbau, Markenführung und systemischem Wachstum beschäftigt. Auch das der Nutzerdatei zugrunde liegende Literaturverzeichnis führt Veröffentlichungen von Bellone und Matla zum klassischen sowie zum nachhaltigkeitsorientierten Franchising auf.

Die Referentin verbindet damit Beratungspraxis, Publikationstätigkeit und akademische Vermittlung. Der Veranstalter beschreibt sie als eine der renommiertesten Franchiseexpertinnen im deutschsprachigen Raum und verweist auf ihre langjährige Beratung internationaler Unternehmen sowie ihre Lehrtätigkeit an einer Schweizer Hochschule.

Franchise-Expertin Professorin Veronika Bellone

Was Gründungsinteressierte von der Veranstaltung mitnehmen können

Ein zweistündiger Impulsnachmittag kann keine vollständige Systemprüfung und keine individuelle Vertrags- oder Finanzierungsberatung ersetzen. Er kann jedoch helfen, die richtigen Fragen zu stellen.

Für potenzielle Franchisenehmer beginnt eine sinnvolle Prüfung bei der eigenen Motivation. Wer lediglich einer unbefriedigenden beruflichen Situation entkommen möchte, hat noch kein unternehmerisches Konzept. Ebenso wenig reicht die Begeisterung für ein Produkt oder eine Marke aus.

Wichtige persönliche Fragen lauten:

Bin ich bereit, Verantwortung für Umsatz, Kosten und Mitarbeiter zu übernehmen? Kann ich verbindliche Standards akzeptieren? Möchte ich Kunden gewinnen und einen Standort aktiv entwickeln? Verfüge ich über ausreichend Eigenkapital und Reserven? Bin ich bereit, mich intensiv einzuarbeiten? Und passt das konkrete System zu meinen Kompetenzen und langfristigen Zielen?

Bestehende Unternehmer müssen andere Fragen beantworten. Sie sollten prüfen, ob ihr Konzept tatsächlich multiplizierbar ist. Funktioniert der Betrieb nur aufgrund der Persönlichkeit des Gründers – oder lassen sich seine Erfolgsfaktoren dokumentieren und übertragen? Sind Prozesse standardisiert? Ist die Marke geschützt? Können Partner geschult werden? Lässt sich die Qualität an unterschiedlichen Standorten kontrollieren? Und bietet das Geschäftsmodell ausreichend wirtschaftlichen Spielraum für Franchisegeber und Franchisenehmer?

Gerade an dieser Schnittstelle kann die Expertise von Professorin Bellone wertvoll sein. Denn ein Franchisesystem entsteht nicht dadurch, dass ein erfolgreicher Betrieb einen Lizenzvertrag formuliert und sein Logo zur Verfügung stellt. Es benötigt ein belastbares Leistungsversprechen, nachvollziehbare Standards, ein professionelles Partnermodell und eine Organisation, die ihre Partner dauerhaft unterstützen kann.

Praxiswissen statt Gründungsromantik

Die öffentliche Wahrnehmung von Franchising schwankt häufig zwischen zwei Extremen. Auf der einen Seite steht das Bild der bequemen Gründung mit bekannter Marke und fertigem Geschäftsmodell. Auf der anderen Seite wird Franchising als starres System dargestellt, in dem selbstständige Unternehmer kaum Gestaltungsmöglichkeiten besitzen.

Beide Sichtweisen greifen zu kurz.

Die Realität hängt stark vom jeweiligen System, vom Vertrag, von der wirtschaftlichen Ausgangslage und von der Qualität der Zusammenarbeit ab. Es gibt leistungsfähige Netzwerke, in denen Franchisegeber und Franchisenehmer gemeinsam an Innovation, Marktentwicklung und Qualität arbeiten. Es gibt aber ebenso Konstellationen, in denen Erwartungen, Leistungen und wirtschaftliche Interessen nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind.

Deshalb ist die wichtigste Kompetenz eines angehenden Franchisenehmers nicht blinde Systemtreue, sondern fundierte Urteilsfähigkeit. Vorgaben müssen akzeptiert werden können – aber erst, nachdem das System kritisch geprüft wurde.

Franchising kann das Gründungsrisiko reduzieren. Es kann es nicht abschaffen.

Für wen sich der Impulsnachmittag besonders eignet

Die Singener Veranstaltung ist insbesondere für Menschen interessant, die sich erstmals mit einer beruflichen Selbstständigkeit beschäftigen und verschiedene Gründungswege vergleichen möchten.

Auch Quereinsteiger können von dem Termin profitieren. Sie erfahren, warum fehlende Branchenerfahrung nicht automatisch gegen eine Franchisegründung spricht – und welche persönlichen, finanziellen und unternehmerischen Voraussetzungen dennoch erforderlich sind.

Darüber hinaus richtet sich der Nachmittag an:

  • Beschäftigte, die über einen beruflichen Neustart nachdenken,
  • Gründerinnen und Gründer, die ein erprobtes Konzept suchen,
  • bestehende Unternehmer mit Expansionsplänen,
  • Inhaber erfolgreicher regionaler Geschäftsmodelle,
  • Unternehmensnachfolger,
  • Berater und Multiplikatoren aus dem Gründungsumfeld,
  • sowie alle, die Chancen und Grenzen des Franchisings besser verstehen möchten.

Die Veranstaltung ermöglicht dabei nicht nur fachlichen Input, sondern auch den persönlichen Austausch. Gerade dieser Austausch kann entscheidend sein, um aus einer allgemeinen Gründungsidee konkrete nächste Schritte abzuleiten.

Impulsnachmittag-Existenzgruendung
Impulsnachmittag-Existenzgruendung


Termin und Anmeldung im Überblick


Der Impulsnachmittag findet am Mittwoch, 7. Oktober 2026, ab 17 Uhr in der VillaConsult, Erzbergerstraße 8b, 78224 Singen, statt. Der Besuch ist kostenlos; eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

Referentin: Professorin Veronika Bellone, Bellone Franchise Consulting GmbH
Thema: „Mit Franchising schneller durchstarten!“
Schwerpunkte: Funktionsweise des Franchisings, Voraussetzungen für Franchisenehmer sowie der Aufbau eines eigenen Franchisesystems.


Im Anmeldeformular muss der Termin „07. Oktober 2026 – Franchising (Bellone Franchise Consulting)“ ausgewählt werden.

Alternativ ist eine Anmeldung per E-Mail an singen-aktiv@singen.de oder telefonisch unter 07731 85 742 möglich.

Ein System ersetzt nicht den Unternehmer

Franchising kann eine Brücke sein: zwischen dem Wunsch nach Selbstständigkeit und dem Bedürfnis nach Orientierung, zwischen einer lokalen Unternehmerpersönlichkeit und einer überregional etablierten Marke, zwischen bewährten Prozessen und persönlichem Engagement.

Gerade für Quereinsteiger eröffnet das Modell Möglichkeiten, die bei einer vollständig unabhängigen Neugründung nur mit erheblichem Entwicklungsaufwand erreichbar wären. Schulungen, Systemwissen, Markenbekanntheit und ein bestehendes Netzwerk können den Start erleichtern.

Doch am Ende bleibt auch ein Franchisebetrieb ein Unternehmen, das geführt werden muss. Kunden müssen gewonnen, Mitarbeiter motiviert, Kosten kontrolliert und lokale Chancen erkannt werden. Kein Handbuch kann unternehmerisches Urteilsvermögen vollständig ersetzen. Keine Marke garantiert automatisch einen profitablen Standort. Und kein Franchisevertrag nimmt dem Franchisenehmer seine wirtschaftliche Verantwortung ab.

Umso wichtiger sind realistische Erwartungen, transparente Informationen und fachkundige Orientierung. Der Impulsnachmittag am 7. Oktober 2026 in Singen bietet die Gelegenheit, das Geschäftsmodell differenziert kennenzulernen – und mit Professorin Veronika Bellone eine Expertin zu erleben, die Franchising seit Jahrzehnten aus der Perspektive von Beratung, Wissenschaft und unternehmerischer Praxis begleitet.

Für alle, die nicht einfach irgendein Unternehmen gründen, sondern herausfinden möchten, ob ein erprobtes System zu ihrer Persönlichkeit und ihren Zielen passt, kann dieser Nachmittag ein wichtiger erster Schritt sein.



Quellen und weiterführende Informationen

  • Deutscher Franchiseverband e. V.: „Franchise Definition – Was ist Franchising?“
    Grundlagen des Franchisings, Aufgaben von Franchisegebern und Franchisenehmern, Franchisevertrag, Unterstützungsleistungen sowie Chancen und Grenzen des Geschäftsmodells.
    https://www.franchiseverband.com/wissen/franchising-definition
  • Deutscher Franchiseverband e. V.: „Zahlen und Fakten 2023 / Franchisestatistik 2023“
    Daten zur Zahl der Franchisesysteme, Franchisepartner, Betriebe, Beschäftigten und zum Gesamtumsatz der deutschen Franchisewirtschaft.
    https://www.franchiseverband.com/verband/leistungsbilanz/2023/zahlen-und-fakten-2023
  • Wikipedia: „Franchising“
    Ergänzende Informationen zu Begriff, Geschichte, Funktionsweise, Franchisevertrag, Systemaufbau sowie Vor- und Nachteilen des Franchisings.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Franchising
  • Deutschland startet / Clarissa Eichenauer: „Franchise und Quereinstieg: Wie Gründer ohne Branchenerfahrung erfolgreich starten können“
    Informationen zum Quereinstieg, zu erforderlichen persönlichen Kompetenzen, Einarbeitung und Schulung, typischen Fehlern sowie zur Auswahl eines geeigneten Franchisesystems.
    https://www.deutschland-startet.de/franchise-und-quereinstieg/
  • Founder Journey: Informationen zum Franchising-Impulsnachmittag in Singen
    Informationen zur Veranstaltung „Mit Franchising schneller durchstarten!“, zu den Inhalten des Impulsnachmittags und zu Professorin Veronika Bellone als Referentin.
    https://founder-journey.de/franchising-impulsnachmittag-singen/
  • Founder Journey: „Impulsnachmittage 2026 – Existenzgründung in Singen und im Hegau“
    Informationen zur Veranstaltungsreihe, zum Ablauf, zu den Themen sowie zum Franchising-Termin am 7. Oktober 2026.
    https://founder-journey.de/impulsnachmittage-2026-existenzgruendung-singen-hegau/
  • Singen aktiv Standortmarketing e. V.: „Netzwerk Existenzgründung & Impulsnachmittage“
    Offizielle Informationen zum Netzwerk Existenzgründung, Veranstaltungsort, Termin und zur kostenfreien Teilnahme an den Impulsnachmittagen.
    https://www.singen-aktiv.de/gruender-nachwuchs/existenzguendung
  • Bellone Franchise Consulting GmbH: „Porträt – Prof. Veronika Bellone
    Angaben zur beruflichen Laufbahn, Beratungserfahrung, Lehrtätigkeit, Publikationstätigkeit und Franchiseexpertise von Professorin Veronika Bellone.
    https://www.bellone-franchise.com/portr%C3%A4t/
  • Bellone, Veronika / Matla, Thomas: „Praxisbuch Franchising – Konzeptaufbau und Markenführung“, 3. Auflage, mi-Wirtschaftsbuch, München 2013, ISBN 978-3-86880-119-4.
Anmeldung zur Veranstaltung am 7. Oktober 2026

Founder Journey: Anmeldung zu den Impulsnachmittagen 2026
Für die Veranstaltung ist im Formular der Termin „07. Oktober 2026 – Franchising (Bellone Franchise Consulting)“ auszuwählen.
https://founder-journey.de/anmeldung-impulsnachmittage-2026/

Online-Quellen zuletzt abgerufen am 10. August 2026.