PR für ambulante Hospizdienste: Ohne Moos nichts los


Tue Gutes und rede darüber – Öffentlichkeitsarbeit ambulanter Hospizdienste

Der folgende Text basiert auf meinem Vortrag zum o.g. Thema beim Treffen der Koordinator(inn)en und Einsatzleiter(innen) der Ambulanten Hospizdienste in Baden und Hohenzollern am 24. Oktober 2017 in Karlsruhe

Teil 1 der Serie finden Sie hier: https://www.holger-hagenlocher.de/allgemein/tue-gutes-und-rede-darueber-oeffentlichkeitsarbeit-ambulanter-hospizdienste/
Teil 2 der Serie finden Sie hier: https://www.holger-hagenlocher.de/allgemein/mit-oeffentlichkeitsarbeit-ehrenamtliche-als-mitarbeiter-gewinnen-und-binden-pr-fuer-ambulante-hospizdienste/
Teil 3 der Serie finden Sie hier: https://www.holger-hagenlocher.de/allgemein/mit-pr-oeffentliche-entscheidungstraeger-als-unterstuetzer-gewinnen/

Ein weiterer wichtiger Grund für den Einsatz der Public Relations für Hospizdienste ist, Spender, Mäzene und Sponsoren zu finden, zu gewinnen und als Unterstützer zu binden.

Ohne Moos nichts los

Die gesetzliche definierte Leistung für das Personal bei Sterbebegleitungen reicht bei weitem nicht aus, um alle Aufgaben in einem sinnvollen Umfang durchzuführen. So stehen auch Hospizdienste vor der Aufgabe, kontinuierlich neue Unterstützer zu finden, die die Arbeit finanziell unterstützen.
Das können genauso Mitglieder und Fördermitglieder wie auch private Spender sein. Doch müssen diese Spenden organisiert und mit gezielter Kommunikationsarbeit eingeworben werden (Fundraising). Große Organisationen beschäftigen ganze Call Center für diese Aufgabe. Doch ist davon auszugehen, dass die meisten ambulanten Hospizdienste für eine solche aktive Akquise von Spendengeldern keine nennenswerte Zeit aufwenden können und deshalb andere Wege finden müssen.
Auch hier bietet die Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel mit Veranstaltungen, gezielter Pressearbeit oder mit Spendenbriefen eine gute Gelegenheit, in der Öffentlichkeit ein tiefergehendes Verständnis für die Arbeit zu wecken. Dieses Verständnis führt dazu, dass die Bereitschaft zum Spenden steigt.
Man sollte zudem nie vergessen, auf allen Unterlagen und im Internet den Spendenaufruf zu platzieren, der in optimaler Weise gleich mit der Kontonummer und dem Versprechen, eine Spendenbescheinigung auszustellen, ergänzt wird.

Mäzene: Glücksfall und Abhängigkeit zugleich

Im Glücksfall lässt sich für die Arbeit des Hospizdienstes ein Mäzen finden, der den Verein mit größeren Summen unterstützt. Beim sogenannten Mäzenatentum sollten allerdings mehrere Punkte berücksichtigt werden:

  1. Sind dem Mäzen bestimmte Punkte in der Arbeit des Hospizdienstes wichtig, die er mit seinen Geldbeträgen besonders unterstützen will? Dann nimmt er direkt oder indirekt Einfluss auf die Schwerpunkte der Hospizarbeit
  2. Will er nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ seinen Namen in der Zeitung lesen und öffentlich als Großspender benannt werden – oder will er lieber im Hintergrund bleiben und nicht öffentlich benannt werden. Ein entsprechendes Verhalten erwartet dann der Mäzen vom Hospizdienst.
  3. Der Mäzen sollte unabhängig von seinen eigenen Wünschen und Forderungen in regelmäßigen Abständen über die Arbeit des Hospizdienstes informiert werden. Nur so kann sein Involvemnet erhalten und sogar gesteigert werden. Ein „Danke – und das war’s“ wird eher das Gegenteil erreichen. Dies erfordert weitere Anstrengungen des Hospizdienst, um den Mäzen entsprechend zu pflegen und damit zu binden.

Sponsoren erwarten Gegenleistung

Sponsoren sehen ein Engagement als Teil ihrer Public Relations bzw. ihrer Unternehmenskommunikation.
Neben privaten Großspendern kann es nicht schaden, Unternehmen als Sponsoren der Arbeit über die Öffentlichkeitsarbeit anzusprechen und zu finden. Sponsoring ist aber ein klar definiertes PR-Instrument für Unternehmen, bei dem eine Gegenleistung vorausgesetzt wird. Ein Anbringen des Firmenlogos auf Veranstaltungsplakaten, Flyern oder auf den Internetseiten kann ein erster Schritt sein. Je nach Art und Umfang des Sponsorings sollte in einem offenen Dialog mit den Unternehmern bzw. den Unternehmensvertretern besprochen werden, was das Unternehmen für sein Engagement bekommen kann.

Es sollte zudem klar sein, dass Sponsoren lieber in ein soziales Engagement investieren, das in der Öffentlichkeit stattfindet als in eines, das keine Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Deshalb dienen die Public Relations eben nicht nur der Gewinnung von Sponsoren, sondern auch dem Ziel, Sponsoren langfristig für den Hospizdienst zu erhalten.

 

Public Relations schaffen die Rahmenbedingungen, finanzielle Unterstützer zu finden

Egal, ob Spender, Mäzen oder Sponsor. PR sorgt dafür, dass aus Interessierten Fürsprecher werden. Mit dem Wecken des Interesses für die Arbeit des Hospizdienstes durch die Öffentlichkeitsarbeit ist also ein erster wichtiger Schritt getan, Fürsprecher (und Unterstützer) zu finden.


Public Relations ist die zielgerichtete Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Doch die „Öffentlichkeit“ für Hospizdienste ist heterogen, weshalb es Sinn macht sie in „Teilöffentlichkeiten“ zu unterscheiden. Diese Teilöffentlichkeiten stellen die unterschiedlichen Bezugsgruppen des Hospizdienstes dar. Der nächste Teil der Serie befasst sich mit der Kommunikation mit den verschiedenen Bezugsgruppen. (Coming soon!)

Teil 1: Mit Öffentlichkeitsarbeit Bekanntheit schaffen und Vertrauen aufbauen
Teil 2: Mit Öffentlichkeitsarbeit ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen und binden
Teil 3: Mit PR öffentliche Entscheidungsträger als Unterstützer gewinnen
Teil 4: Spender, Mäzene und Sponsoren mit Öffentlichkeitsarbeit finden
Teil 5: Die Kommunikation mit verschiedenen Bezugsgruppen

Share:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere