Das Rentensystem läuft aus dem Ruder


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Babyboomer und steigende Lebenserwartung treffen auf wirtschaftlichen Abschwung und Digitalisierung

Die Rentenfinanzierung wird in den kommenden Jahren aus dem Ruder laufen.

 

Mit dem Eintritt der Babyboomer ins Rentenalter und einer stetig steigenden Lebenserwartung werden der Rentenbeitragssatz und die Rentenhöhe nicht mehr zu halten sein.

So ist es Ökonomen und Sozialpolitikern schon lange bewusst – und entsprechend berichtet die WELT am 21. Oktober 2019 (https://www.welt.de/finanzen/article202234584/Rentenversicherung-Bundesbank-warnt-vor-finanzieller-Schieflage.html) über eine entsprechende Analyse der Bundesbank.

Bisher haben der Beschäftigungsboom und die florierende Wirtschaft die Schwächen der Finanzierung weitgehend überdeckt.

Mit der Abschwächung der Konjunktur werden die Probleme nun aber wieder deutlich, wie der gepostete Beitrag der WELT zeigt.

Dabei bleibt unerwähnt, dass es längst nicht absehbar ist, wie sich das Beschäftigungsniveau durch den Umstieg auf die E-Mobilität und insbesondere auch durch die digitale Transformation der Wirtschaft verändert wird.

Sollte es zu nachhaltigen Freisetzungseffekten kommen, wird die Anzahl der Arbeitslosen deutlich steigen. Was zusätzlich die Rentenkassen belasten wird.
Denn Arbeitslose zahlen genau wie Beamte sowie das Gros der Selbständigen nicht in die gesetzliche Rente ein. Ebenso wenig digitale Technologien, Roboter oder Maschinen.

 

Die Folgen:

  1. Ein deutlich höherer Bundeszuschuss, der den Spielraum für andere staatliche Investitionen, zum Beispiel in Bildung, Gesundheit und Pflege, Rüstung, digitale Infrastruktur, Verkehr oder Arbeitslosenhilfe beschneidet.
  2. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters (in vielen Ländern kam es deshalb schon zu massiven Protesten der Bevölkerung)
  3. Die Höhe der ausgezahlten Rente wird weiter sinken
  4. Der Beitrag zur gesetzlichen Rente wird weiter steigen, was zu weniger Netto vom Brutto und zu stärkeren Belastungen der Unternehmen führt.

Das alles macht deutlich, dass es keine einfachen Lösungen geben wird und es zu befürchten ist, dass Populisten genau diese fordern werden. Es wird zu Verteilungskämpfen arm gegen reich sowie jung gegen alt kommen.

 

Sicher sind die Renten schon lange nicht mehr

Rollatorenparade - Die Rente läuft aus dem Ruder

© congerdesign @ Pixabay
Rollatorenparade – Die Rente läuft aus dem Ruder (c) congerdesign @ Pixabay

Es ist schon seit den 80er-Jahren klar, dass die Renten nicht mehr sicher sind. Auch wenn das Gegenteil von Politikern gebetsmühlenartig wiederholt wurde.

Ein echtes Umsteuern des Systems fand nicht statt und wenn, so wurden neue Konzepte, wie die sogenannte Riester-Rente, in die Hände gewinnorientierter Kapitalgesellschaften gelegt, die sich logischerweise mehr dem eigenen Gewinnstreben als dem Gemeinwohl verpflichtet sehen.

So wurde der Ansatz der Riester-Rente schon bei seiner Einführung konterkariert und zum Scheitern verurteilt.

Dennoch macht es in meinen Augen Sinn, der umlagefinanzierten Rente eine weitere kapitalgedeckte Rente zur Seite zu stellen.

Die erfolgreichen Staatsfonds in Skandinavien könnten ein Vorbild auch für Deutschland sein.

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